Gewinnerin Schweizer Buchpreis 2019

Sibylle Berg

Sibylle Berg, geboren 1962, lebt in Zürich. Ihr Werk umfasst 25 Theaterstücke und 14 Romane, übersetzt in über 30 Sprachen. Sibylle Berg erhielt diverse Preise und Auszeichnungen, zuletzt den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor (2019) sowie den Thüringer Literaturpreis (2019).

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Vielen Dank für das Leben

Bild © Katharina Luescher
Preisträgerin

«GRM. BRAINFUCK»

Vier Kinder in einer heruntergekommenen Stadt in Grossbritannien. Der Brexit ist vollzogen, die Monarchie abgeschafft. Der Staat setzt auf die totale Überwachung. In Beziehungen dominieren Gewalt und Sex. Die vier flüchten sich in Grime, eine Form von Rap, und starten ihre eigene Revolution. Ein gnadenloser Blick auf eine Welt, die vielleicht schon bald die unsere sein könnte.

Nominiert 2019

Simone Lappert

Simone Lappert, geboren 1985, studierte am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. 2014 erschien ihr Debütroman «Wurfschatten», der auf der Shortlist des aspekte-Preises stand. Sie wurde mit dem Wartholz-Preis als beste Newcomerin ausgezeichnet. Sie lebt und arbeitet in Basel und Zürich.

Nominiert

«Der Sprung»

Als Kind lernte Manu alle Pflanzennamen, weil es leichter ist, allein zu sein, wenn man die Natur kennt. Jetzt steht sie in Gärtnerkleidern auf dem Dach eines Hochhauses und wirft Dachziegel hinunter. Es scheint fast so, als ob sie springen möchte; das Gebäude wird abgeriegelt und von Medienschaffenden umlagert. Und zehn Menschen, die auf irgendeine Weise mit dem Schicksal der jungen Frau verbunden sind, verlieren plötzlich den Boden unter den Füssen.

Tabea Steiner

Tabea Steiner, Jahrgang 1981, hat Germanistik und Geschichte studiert. Sie hat das Thuner Literaturfestival initiiert, ist Mitorganisatorin des Berner Lesefestes «Aprillen» und Mitglied der Jury der «Schweizer Literaturpreise». «Balg» ist ihr erster Roman. Tabea Steiner lebt in Zürich.

Nominiert

«Balg»

Es mutet idyllisch an. Antonia und Chris ziehen aufs Dorf und bekommen ein Kind. Doch das Paar ist überfordert, die Beziehung geht in die Brüche. Der kleine Timon bleibt bei Antonia – und wird zum Problemkind. Einzig der ehemalige Lehrer Valentin, der sich im Dorf zugleich eingeengt und ausgeschlossen fühlt, findet Zugang zu dem Jungen. Aber Ungesagtes aus der Vergangenheit lastet auf der Annäherung.

Alain Claude Sulzer

Alain Claude Sulzer, 1953 geboren, lebt als freier Schriftsteller in Basel, Berlin und im Elsass. Er hat zahlreiche Romane veröffentlicht, zuletzt «Postskriptum» und «Die Jugend ist ein fremdes Land». Für sein Werk erhielt er zahlreiche Preise, u.a. den Hermann-Hesse-Preis und den Kulturpreis der Stadt Basel.

Siehe auch:
Aus den Fugen

Bild Alain Claude Sulzer, Schriftsteller, Basel, 17.05.2018, Foto Lucian Hunziker
Nominiert

«Unhaltbare Zustände»

Die Schaufenster des Dekorateurs Stettler sind legendär. Über viele Jahre pilgern die Leute zum Warenhaus «Quatre Saisons», um sie zu sehen. Dann beginnt Stettlers Welt zu bröckeln: Die jungen Leute tragen Bluejeans, am Münster hängt eine Vietcong-Fahne, und mit knapp 60 Jahren wird ihm überraschend ein junger Kollege zur Seite gestellt. So sehr sich Stettler gegen den Wandel auflehnt – sein Leben gerät ins Wanken.

Ivna Žic

Ivna Žic, 1986 in Zagreb geboren, aufgewachsen in Zürich, arbeitet als freie Autorin, Dozentin und Regisseurin u.a. am Maxim Gorki Theater, Schauspielhaus Wien, Luzerner Theater, Schauspielhaus Zürich. Für ihre Texte hat sie zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien erhalten. «Die Nachkommende» ist ihr erster Roman. Žic lebt in Zürich und Wien.

Nominiert

«Die Nachkommende»

Es ist Hochsommer und wie jedes Jahr sitzt die junge Frau im Zug Richtung Kroatien. Auf der Reise zur Grossmutterinsel, wo ihre Familie bereits auf sie wartet, begleiten sie Erinnerungen an den toten Grossvater, an die Auswanderung der Eltern kurz vor dem Krieg. Und sie denkt an ihren Geliebten in Paris, den sie nicht haben und von dem sie nicht lassen kann. Eine vielschichtige Spurensuche durch das heutige Europa.

Jury Schweizer Buchpreis 2019

Monika Steiner

Daniel Graf

Manfred Papst

Christine Richard

Susanne Sturzenegger