Martina Clavadetscher

MARTINA CLAVADETSCHER, geboren 1979, ist Autorin und Dramatikerin. Nach ihrem Studium der Deutschen Literatur, Linguistik und Philosophie war sie Hausautorin am Luzerner Theater, gewann den Essener Autorenpreis und war für den Heidelberger Stückemarkt nominiert. Ihr Debütroman «Knochenlieder» stand 2017 auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises. Sie lebt in der Schweiz.

Bild © Janine Schwarz
Nominiert

«DIE ERFINDUNG DES UNGEHORSAM»

Drei Frauen und die Frage nach künstlicher Intelligenz stehen im Zentrum des zweiten Romans von Martina Clavadetscher. Iris, die in Manhattan durch ihr Penthouse tigert und voller Ungeduld auf die nächste Dinnerparty wartet. Ling, angestellt in einer Sexpuppenfabrik im Südosten Chinas, die künstliche Frauenkörper auf Herstellungsfehler kontrolliert. Und Ada Lovelace im alten Europa, Pionierin der Programmiersprache, die von neuartigen Maschinen träumt. Sie alle sind auf der Suche nach dem Kern der Dinge. Ein Roman, der durch seine thematische Aktualität und sprachliche Kraft besticht.

Thomas Duarte

THOMAS DUARTE, geboren 1967, aufgewachsen bei Basel. Er studierte Geschichte und Philosophie und arbeitete nach Aufgabe des Studiums zuerst als Tramchauffeur, dann als kaufmännischer Angestellter und Sachbearbeiter. Später studierte er Kulturwissenschaften und Literaturwissenschaft. «Was der Fall ist» wurde 2020 mit dem Studer/Ganz-Preis für das beste unveröffentlichte Debüt ausgezeichnet. Thomas Duarte lebt in Bern.

Bild © Vera Husfeldt
Nominiert

«WAS DER FALL IST»

Ein Sachbearbeiter einer Stiftung erscheint nach Mitternacht auf einem Polizeiposten und erzählt, wie sein Leben aus den Fugen geraten ist. Nicht nur wird er finanzieller Unregelmässigkeiten verdächtigt, er lässt auch eine illegal arbeitende Frau im Büro wohnen, die ihrerseits zu erzählen beginnt. In seinem Debütroman «Was der Fall ist» entfacht Thomas Duarte ein funkelndes Erzählfeuerwerk und entlarvt dabei mit Ironie und Witz die Absurdität des kapitalistischen Arbeitsmarktes.

Michael Hugentobler

MICHAEL HUGENTOBLER, wurde 1975 in Zürich geboren. Nach dem Abschluss der Schule in Amerika und in der Schweiz arbeitete er zunächst als Postbote und ging dann auf eine 13 Jahre währende Weltreise. Heute arbeitet er als freischaffender Journalist für verschiedene Zeitungen und Magazine, etwa «Neue Zürcher Zeitung», «Die Zeit», «Tages-Anzeiger» und «Das Magazin». Er lebt mit seiner Familie in Aarau. Sein Debütroman «Louis oder Der Ritt auf der Schildkröte» erschien 2018.

Bild © Dominic Nahr
Nominiert

«FEUERLAND»

Zwei historische Figuren und ein einzigartiges Buch bilden den Ausgangspunkt für den Roman. Thomas Bridges, der Ziehsohn eines englischen Missionars, wächst Mitte des 19. Jahrhunderts in Südamerika unter den Kindern der Yamana auf. Fasziniert von der reichen Sprache, beginnt er obsessiv, ein Wörterbuch anzulegen, das später in die Hände des deutschen Völkerkundlers Ferdinand Hestermann gerät. Als die Nationalsozialisten in den 1930er Jahren beginnen, Bibliotheken zu plündern, versucht er unter allen Umständen, das Buch in Sicherheit zu bringen. Eine subtil erzählte Geschichte, die ohne Helden auskommt und den Bogen von den kolonialen zu den nazistischen Verheerungen schlägt.

Christian Kracht

Christian Kracht

CHRISTIAN KRACHT, 1966 in der Schweiz geboren, hat nach seinem Debüt «Faserland», die Romane «1979», «Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten», «Imperium» und «Die Toten» publiziert, die in über 30 Sprachen übersetzt wurden. 2016 erhielt er den Hermann-Hesse-Literaturpreis und den Schweizer Buchpreis für «Die Toten».

Bild © Noa Ben-Shalom
Nominiert

«EUROTRASH»

In einer listig arrangierten Autofiktion unternimmt der Erzähler mit Namen Christian Kracht eine Reise mit seiner achtzigjährigen alkohol- und tablettensüchtigen Mutter: von Zürich in die alte Heimat Gstaad und wieder zurück. Dabei möchten sie viel von dem Geld verschenken, das die Familie im Beziehungsgeflecht von Altnazis in der BRD angehäuft hatte. So frech und spektakulär kann nur Christian Kracht die «Aufarbeitung» einer Familiengeschichte misslingen lassen.

Veronika Sutter

VERONIKA SUTTER, 1958 geboren und im Sihltal aufgewachsen, arbeitete als Buchhändlerin, Kulturveranstalterin und Journalistin. Seit dem Studium in Kommunikationsmanagement ist sie in der Öffentlichkeitsarbeit für Non-Profit-Organisationen tätig. Sie engagierte sich im Vorstand der Stiftung Frauenhaus Zürich und bei Greenpeace. Sie lebt mit ihrem Partner in Zürich. «Grösser als du» ist ihr erstes Buch.

Bild © Edition 8
Nominiert

«GRÖSSER ALS DU»

Sie heissen Gloria, Helen oder Gino. Sie leben mit einem Geheimnis, weil Scham oder Verleugnung sie daran hindern, über das zu sprechen, was hinter ihren Wohnungstüren passiert. Zeitlich aufgespannt zwischen den grossen Schweizer Frauenstreiks 1991 und 2019 versammelt «Grösser als du» 15 lose verbundene Erzählungen über Beziehungen und über den Moment, wenn Liebe in Gewalt kippt. Durch dichte Sprache, präzise Schnitte und überraschende Wendungen gelingt es der Autorin, die Geschichten der Frauen zum Leuchten zu bringen.