Heinz Helle

Heinz Helle, geboren 1978, studierte Philosophie und arbeitete als Texter in Werbeagenturen. Er ist Absolvent des Schweizerischen Literaturinstituts. Sein Romandebüt «Der beruhigende Klang von explodierendem Kerosin» erschien 2014, zuletzt «Eigentlich müssten wir tanzen».

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«Die Überwindung der Schwerkraft»

Die Beziehung zweier Brüder steht im Zentrum des dritten Romans von Heinz Helle. Virtuos verknüpft der Autor eine Spurensuche mit den grossen Fragen des Lebens. Eine Nacht lang ziehen die Brüder von Kneipe zu Kneipe. Vor allem der Ältere trinkt an gegen das Elend der Welt, die von Krieg und Gewalt bestimmt ist. Aber er erzählt seinem Bruder auch vom baldigen Vaterglück. Was beide nicht wissen: Es wird danach kein Wiedersehen geben. Neun Monate später ist der ältere Bruder tot.

Gianna Molinari

Gianna Molinari wurde 1988 in Basel geboren und lebt in Zürich. Sie studierte Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut Biel und danach Neuere Deutsche Literatur an der Universität Lausanne. «Hier ist noch alles möglich» ist ihr Debüt.

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«Hier ist noch alles möglich»

Eine junge Frau wird als Nachtwächterin in einer Verpackungsfabrik engagiert. Ein Wolf soll in das Gelände eingedrungen sein. Abend für Abend macht sie ihren Rundgang, kontrolliert die Zäune. Mit der Fabrik, die von der Schliessung steht, und dem wenigen verbleibenden Personal schafft Gianna Molinari eine faszinierend-verstörende Welt, in der der Wolf zum Phantom wird und die Frage, was uns bedroht und welche Grenzen wir ziehen, immer mitschwingt.

Peter Stamm

Peter Stamm, geboren 1963, studierte einige Semester Anglistik und Psychologie und übte verschiedene Berufe aus, u.a. in Paris und New York. Er lebt in Winterthur. Sein Werk umfasst Romane (zuletzt «Weit über das Land»), Erzählungen, Hörspiele und Theaterstücke. Es wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt.

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«Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt»

Wie wäre es, das eigene Leben nochmals leben zu können? Wie viel Freiheit haben wir, das eigene Leben zu gestalten? Peter Stamm erzählt in seinem neuen Roman von Christoph, der in Stockholm auf die viel jüngere Lena trifft. Sie sieht der Frau gespenstisch ähnlich, die er vor zwanzig Jahren geliebt hat. Er kennt das Leben, das Lena führt, und weiss, was ihr bevorsteht. So beginnt ein Spiel der Vergangenheit mit der Gegenwart, aus dem keiner unbeschadet herausgehen wird.

Vincenzo Todisco

Vincenzo Todisco, 1964 als Sohn italienischer Einwanderer in Stans geboren, studierte Romanistik in Zürich und lebt heute als Autor und Dozent in Rhäzüns. Seine bisherigen Romane schrieb er auf Italienisch. «Das Eidechsenkind» ist seine erste Buchveröffentlichung auf Deutsch.

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«Das Eidechsenkind»

Offiziell darf es das Kind nicht geben. Im «Gastland» muss es sich verstecken: unter der Kredenz, im Schrank, in der Abstellkammer, während der Vater auf dem Bau und die Mutter in der Fabrik arbeitet. Im italienischen Ripa hingegen, bei der Nonna Assunta, rennt und spielt der Junge wie alle Kinder. Aus der Sicht eines Kindes erzählt Vincenzo Todisco von einer Saisonier-Familie der 60er Jahre und von einem klandestinen Schicksal mitten in der Schweiz.

Julia von Lucadou

Julia von Lucadou wurde 1982 in Heidelberg geboren und ist promovierte Filmwissenschaftlerin. Sie arbeitete als Regieassistentin, Redakteurin beim Fernsehen und als Simulationspatientin; sie lebt in Lausanne, New York und Köln. «Die Hochhauspringerin» ist ihr erster Roman.

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«Die Hochhausspringerin»

In ihrem Debüt inszeniert Julia von Lucadou einen packenden Drahtseilakt zwischen totalitärer Überwachung und Freiheitsdrang. Riva, die Protagonistin, ist eine Vorzeigeathletin einer neuen Welt und Millionen halten den Atem an, wenn sie zum Sprung ansetzt. Dann hört Riva von einem Tag auf den anderen auf und verweigert den jubelnden Massen ihre Präsenz. Hier kommt Hitomi ins Spiel. Die Wirtschaftspsychologin überwacht Riva und soll sie gefügig machen. Wenn es ihr nicht gelingt, stürzen beide ab.