Gewinnerin Schweizer Buchpreis 2010

Melinda Nadj Abonji

Geboren 1968 in Becsej/Vojvodina, studierte an der Universität Zürich Deutsche Literatur und Geschichte. Sie ist Verfasserin literarischer Texte, Solo-Performerin, Musikerin und Leiterin einer freien Schreibwerkstatt. 2004 erschien ihr erster Roman «Im Schaufenster Im Frühling». Sie lebt in Zürich. Preisträgerin 2010.

Bild © Gaetan Bally
Preisträgerin
Tauben fliegen auf

«Tauben fliegen auf»

Es ist ein schokoladenbrauner Chevrolet mit Schweizer Kennzeichen, mit dem sie zur allgemeinen Überraschung ins Dorf einfahren und die Dorfstrasse ist wirklich nicht gemacht für einen solchen Wagen. Sie, das ist die Familie Kocsis, und das Dorf liegt in der Vojvodina im Norden Serbiens. Die Familie lebt zwar in der Schweiz, aber zu ihrer Heimat ist sie nicht geworden. Ein Roman über ein seltsames Europa, das einander nicht wahrnehmen will.

Laudatio von Martin Ebel

Nominiert 2010

Dorothee Elmiger

Geboren 1985 in Wetzikon, wuchs in Appenzell auf. Sie studierte am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel und verbrachte ein Semester am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Seit 2009 studiert sie Politikwissenschaft in Berlin. «Einladung an die Waghalsigen» ist ihr erster Roman. Nominiert 2010 und 2014.

Siehe auch:
Schlafgänger

Bild © Jürgen Beck
Nominiert

«Einladung an die Waghalsigen»

Margarete und Fritzi sind die übrig gebliebene Jugend einer verschwindenden Stadt. Ihr Erbe ist nichts als ein verlassenes Gebiet, in dem Verwüstung herrscht. Frühere Ereignisse sind nur bruchstückhaft überliefert. Doch die beiden Schwestern wollen diesen Zustand nicht hinnehmen. Entschlossen brechen sie auf zu einer Expedition, um ihre eigene Herkunft zu erforschen. Denn nur wer seine Geschichte kennt, kann sich eine hoffnungsvolle Zukunft aufbauen.

Laudatio von Martin Zingg

Faes, Urs

Urs Faes

Geboren 1947 in Aarau, wuchs in einem rigoros calvinistisch geprägten Umfeld auf. Nach einer Ausbildung zum Primarlehrer studierte er Geschichte, Germanistik, Philosophie und Ethnologie. Neben seinem Studium arbeitete er an einem Zürcher Gymnasium. Neben Romanen hat er auch Gedichte, Erzählunge, Theaterstücke und Hörspiele verfasst. Nominiert 2010.

Siehe auch:
Halt auf Verlangen. Ein Fahrtenbuch.

Bild © Juergen Bauer
Nominiert
Paarbildung

«Paarbildung»

Eigentlich ist Andreas Lüscher Unfallpsychologe. Seit er jedoch eine Stelle als Gesprächstherapeut in der onkologischen Abteilung eines Krankenhauses angetreten hat, bestimmen Vokabeln aus der Krebstherapie seinen Arbeitsalltag: Dosisfraktion, Rezidivrisiko, Paarbildung. Ihn, der lieber beobachtet als mittendrin steht, der lieber Distanz wahrt, als
zu nahe zu kommen, fasziniert das Verhältnis zwischen Patient und Arzt, die Bedeutung von Kommunikation, von Worten.

Laudatio von Sandra Leis

Lenz, Pedro

Pedro Lenz

Geboren 1965 in Langenthal, absolvierte nach einer Maurerlehre auf dem zweiten Bildungsweg die Eidgenössische Matura. Anschliessend studierte er einige Semester
spanische Literatur an der Universität Bern. Seit 2001 arbeitet er vollzeitlich als Schriftsteller. «Der Goalie bin ig» ist sein erster Roman. Nominiert 2010.

Bild © privat
Nominiert
Der Goalie bin ig

«Der Goalie bin ig»

Der «Goalie», ein Süchtiger aus einem Dorf im Mittelland, hält Rückschau. Er erzählt in Umgangssprache von seiner Lebenswelt in den 80er-Jahren. Seine Sicht auf die Umgebung ist getrübt vom Wunsch, sein bisheriges Leben schönzureden. Nach einer Gefängnisstrafe versucht er wieder im Alltag Fuss zu fassen, findet eine Gelegenheitsarbeit, verliebt sich in eine Serviererin und reist mit der Angebeteten nach Spanien. Trotzdem holen ihn die alten Geschichten immer wieder ein.

Laudatio von Hans Ulrich Probst

 

Kurt Marti

Kurt Marti

Geboren 1921 in Bern; († 2017), Studium der Rechtswissenschaften, dann der Theologie. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst ein Jahr als Gefangenseelsorger in Paris, danach als Pfarrer in Niederlenz und seit 1961 in Bern. Seit 1983 ist er selbständiger Schriftsteller tätig. In seinen Predigten und Aufsätzen, Gedichten und Aphorismen erweist sich Marti als engagierter und kritischer Literat. Nominiert 2010.

Bild © privat
Nominiert

«Notizen und Details 1964 ─ 2007»

Sechs Jahrzehnte Zeitgeschichte umfassen die «Notizen und Details». Pointiert formulierte Hinweise, Porträts, Aphorismen, Polemiken zu Literatur, Theologie und Kirche sowie zu Vorgängen in Politik und Gesellschaft. Sie dokumentieren auf einzigartige literarische Weise ein Stück bewegter Geschichte eines engagierten, Widerspruch provozierenden Beobachters der näheren und weiteren Welt.

Laudatio von Manfred Papst

Jury Schweizer Buchpreis 2010

Martin Ebel

Martin Ebel

Sandra Leis

Sandra Leis

Manfred Papst

Hans Ulrich Probst

Hans Ulrich Probst

Martin Zingg

Martin Zingg