Gewinnerin Schweizer Buchpreis 2009

Ilma Rakusa

Geboren 1946 in der Slowakei. Volksschule und das Gymnasium in Zürich, danach Studium der Slawistik und Romanistik in Zürich, Paris und St. Petersburg. Seit 1977 hat die Autorin einen Lehrauftrag an der Universität Zürich. Daneben ist sie freiberuflich als Schriftstellerin, Übersetzerin und Publizistin tätig. Sie lebt in Zürich. Preisträgerin 2009.

Bild © Giorgio von Arb
Preisträgerin

«Mehr Meer»

«Erinnerungspassagen» ist der Untertitel des Buches, das in vielen kurzen Kapiteln vom Werdegang des kleinen, auf die Welt neugierigen Mädchens zur europäischen Intellektuellen erzählt. Als Tochter eines slowenischen Vaters und einer ungarischen Mutter verbringt sie ihre Kindheit in einem Mitteleuropa, das nach dem Zweiten Weltkrieg gerade seine politischen und kulturellen Konturen neu eingeschrieben bekommt.

Laudatio von Martin Ebel

Nominiert 2009

Frey, Eleonore

Eleonore Frey

Geboren 1939 in Frauenfeld. Studium der Germanistik, Romanistik und Komparatistik an der Universität Zürich und der Sorbonne. Von 1982 bis 1997 wirkte sie als Titularprofessorin für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Zürich. Neben ihren literarischen und fachlichen Pubikationen ist Eleonore Frey auch als Übersetzerin tätig. Sie lebt heute in Zürich und Paris. Nominiert 2009.

Bild ©Literaturverlag Droschl
Nominiert
Muster aus Hans

«Muster aus Hans»

Hans ist eine jener Gestalten, die auf Biegen und Brechen nicht in die geschäftige Welt der gewöhnlichen Menschen passen. Schon im Titel klingt der Tonfall des Buches an, der das wunderbare Paradoxon schafft, gänzlich nüchtern und gleichzeitig poetisch verfremdend zu sein. Wie der Titel changiert dieses Buch zwischen Wirklichkeit und Märchen – denn gerade das ist es am Ende, wenn der wilde Mann zum König wird, doch.

Laudatio von Hans Ulrich Probst

Jürg Laederach

Jürg Laederach

Geboren 1945. Studium der Mathematik und Physik in Zürich sowie Romanistik, Anglistik und Musikwissenschaft in Basel. Heute lebt er als freier Schriftsteller und Übersetzer in Basel. Neben seinen literarischen Aktivitäten trat Laederach, der Saxophon, Klarinette und Klavier spielt, gelegentlich als Musiker mit der Basler Jazzformation «BIQ» auf. Nominiert 2009.

Bild ©Juergen Bauer
Nominiert

«Depeschen nach Mailland»

Ein Stück Stegreifliteratur mit einem mitreissenden improvisatorischen Drive. Ausgehend von einem Gespräch über Jazz entwickelt sich ein reger E-Mail-Diskurs, zunächst über Musik, der sukzessive zu einer laufenden Mitschrift des Alltags wird. Das neue Buch des Sprachkünstlers Laederach bietet vokabularischer Brillanz und eröffnet neue Blicke auf das, was wir, bevor man ihn las, «Wirklichkeit» nannte.

Laudatio von Manfred Papst

Overath, Angelika

Angelika Overath

Geboren 1957 in Karlsruhe. Studium der Germanistik, Geschichte, Italianistik und Empirischen Kulturwissenschaft in Tübingen. Im Anschluss arbeitete sie drei Jahre als Autorin in Griechenland. Seither arbeitet sie als Reporterin, Literaturkritikerin und Dozentin. «Flughafenfische» ist nach «Nahe Tage» ihr zweiter Roman. Sie lebt in Sent im Unterengadin. Nominiert 2009.

Bild ©Maria Frickenstein
Nominiert

«Flughafenfische»

In der Ortlosigkeit eines Flughafens kreuzen sich die Lebenslinien dreier Menschen. Eine müde Magazinfotografin wird vor dem Riffaquarium der Transithalle von einem Schwindel aus Reisebildern und Erinnerungen erfasst. Sie findet eine seltsame Nähe zu dem Mann, der hier die stillen Tiere pflegt wie seine Kinder. Während sich zwischen den beiden eine verschwiegene Liebe entwickelt, geht nebenan im Raucherfoyer eine Ehe zu Ende.

Laudatio von Sandra Leis

Widmer, Urs

Urs Widmer

Geboren 1938 in Basel  († 2014). Studium der Germanistik, Romanistik und Geschichte in Basel, Montpellier und Paris. Nach seiner Promotion 1966 arbeitete er siebzehn Jahre als Verlagslektor in Frankfurt. Mitbegründer des «Verlags der Autoren». Sein umfangreiches Werk umfasst Hörspiele, Theaterstücke und Prosa. Heute lebt und arbeitet er als Schriftsteller in Zürich. Nominiert 2009.

Bild © privat
Nominiert

«Herr Adamson»

Ein Mann mit demselben Geburtstag wie der Autor Urs Widmer sitzt am 21. Mai 2032, seinem letzten Lebenstag und einen Tag nach seinem vierundneunzigsten Geburtstag, in einem üppig blühenden Garten – es ist der Paradiesgarten seiner Kindheit – und bespricht mit Herrn Adamson ein Tonband. Eine Geschichte über das Leben und den Tod, die in aller Untröstlichkeit doch nie trostlos gerät.

Laudatio von Martin Zingg

Jury Schweizer Buchpreis 2009

Martin Ebel

Martin Ebel

Sandra Leis

Sandra Leis

Manfred Papst

Hans Ulrich Probst

Hans Ulrich Probst

Martin Zingg

Martin Zingg